Statement zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Halle (Saale), 14.09.2026

Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und mir geht es nicht gut.
Das Endergebnis des Wahlausgangs hat mich schwer erschüttert. Nicht, dass ich nicht erwartet hätte, dass es schlimm wird. Aber dass das Ergebnis für die AfD höher als die Wahlprognosen ausfällt, hätte ich nicht gedacht.

Wie kann es sein, dass 43,8 % der Menschen in diesem Bundesland eine gesichert rechtsextreme Partei wählen und von dieser regiert werden wollen? Fünfhundertsechsundsiebzigtausendsiebenunddreißig blaue Kreuzchen. Bei etwas mehr als zwei Millionen Einwohner*innen. Insgesamt.

Ich verstehe es nicht.

Angst und Sorgen machen sich breit. Fragen, wie es weitergeht mit der Kunst und Kultur in diesem Bundesland, was schon aus verschiedenen Gründen sowieso schwierig ist, treibt mich und Freund:innen und Kolleg:innen um. Die Akteur:innen in Sachsen-Anhalt haben sich in den vergangenen Jahren Fördermodalitäten schwer erkämpft und es gilt sie immer wieder zu verteidigen.

Wie also jetzt mit einer möglichen Regierung verhandeln, die Kunst und Kultur kontrollieren will zum #deutschdenken umerziehen will, die bildungspolitische Strukturen vollkommen umkrempeln will und somit auch an dieser Stelle Theaterakteur:innen beschränken will?

Nicht verzagen. Nicht verzweifeln. Vernetzen.

Wir stehen zusammen.

Wir als Vorstand des Verbands Deutscher Puppentheater stehen mit den freien Puppen- und Figurenspieler:innen und allen weiteren Akteur:innen der Freien Theaterszene Sachsen-Anhalts Schulter an Schulter zusammen für eine vielfältige und freie Kulturszene.
Die Aufgabe des Verbands  ist es für alle da zu sein. Wir stehen ein für Zusammenhalt, für ein Miteinander, für Menschlichkeit, für demokratische Werte.

Wir sind da. Für Euch. Für uns.

Julia Raab, Figurenspielerin & Theaterpädagogin, Beisitzerin VDP

und der gesamte Vorstand des VDP

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